( zu Geschichte der Döberitzer Heide)

 

Döberitzer Heide

Zweistündige Wanderung in frischer Luft, bei schönem Wetter und flottem Schritt zum Wohlfühlen.

Der Fotoclub des KSC 2000 hatte zum Samstag, den 10. Mai 2003 alle interessierten Neu Fahrländer zu einer ca. zweistündigen Wanderung durch einen Teil der Döberitzer Heide eingeladen. Bei kühler Witterung, aber schönstem Sonnenschein trafen wir uns auf dem Parkplatz am Naturschutzzentrum Elstal mit 25 Gleich-gesinnten. Herr Jürgen Handrich erläuterte zuerst die Historie dieses Ortes. Die Wanderung führte zuerst  vorbei am Naturschutzzentrum Döberitzer Heide, einer ehemaligen Aus-Bildungsstätte für Panzer-besatzungen. Das Zentrum dient heute als zentrale Anlauf- und Informationsstelle innerhalb der Döberitzer Heide. Es wird vom Naturschutzförderverein betrieben. Bei einem weiteren Halt legte Herr Handrich die heutige Situation dieser Flächen dar. Das Schutzgebiet umfasst 5.400 ha. Es ist größtenteils Sperrgebiet und wegen seines ungewöhnlichen vielfältigen Artenreichtums vollständig als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Wanderung führte weiter durch eine offene Besenheidefläche mit schönen Weitsichten von einem kleine Hügel. Die jetzt noch dunkelgrauen Heideflächen, die frischgrün ausgetriebenen Birken und einige schon gelbblühende Ginster bildeten einen eindruckvollen Kontrast. Neben diesen Heideflächen fanden wir auch sandoffene Landschaften, Trockenrasen und Niederwälder, die aus der militärischen Nutzung entstanden sind.

Die Geschichte der Döberitzer Heide

Die Geschichte der Döberitzer Heide ist eng verknüpft mit ihrer militärischen Nutzung. Schon 1713 führte der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. zum ersten Male auf diesem Areal ein Truppenmanöver durch. Friedrich II. (der Große) nutzte die Döberitzer Heide ab 1753 im großen Stil als Truppenübungsplatz. 1892 weihte Kaiser Wilhelm II. diesen Platz offiziell ein.
Die Dörfer Döberitz (1893) und später Ferbitz (1936) wurden umgesiedelt, um Erweiterungen Platz zu machen. Als Zubringer wurde die Heerstraße von 1903 bis 1911 gebaut. Sie machte eine direkte Verbindung zwischen dem Berliner Stadtschloss und dem Truppenübungsplatz möglich..
Für die Olympischen Sommerspiele 1936 wurde nördlich der Berlin-Hamburger-Chaussee das olympische Dorf errichtet. Im Gelände der Döberitzer Heide wurden die Military-Reiterkämpfe ausgetragen.
Die sowjetische Armee nutzte nach 1945 das gesamte Areal als Truppenübungsplatz. Heute wird von der Bundeswehr noch ein Teil der Fläche ( ca. 800 ha) im südlichen Teil als Standortübungsplatz-Übungsplatz genutzt.

"Die Agenda 21"

Im brasilianischen Rio de Janeiro wurde 1992 die "Agenda 21" als globales Aktionsprogramm von 178 Ländern, auch von Deutschland unterschrieben. Die Agenda versteht sich sich als weltweiter Arbeitsplan für das 21. Jahrhundert, z.B. für die Entwicklung von Natur und Landschaft.
Da die Döberitzer Heide ab 1992 nicht mehr militärisch genutzt wurde, war einer der "Agenda 21" -Pläne im Land Brandenburg und im Landkreis Havelland das Projekt "Konversion Döberitzer Heide und Kasernenumfeld ". Dabei bedeutet "Konversion" die Umwandlung militärisch gebundener Kräfte, Ressourcen und Strukturen für zivile Zwecke. So sind bis heute ca. 25 km öffentlich zugängliche Wanderwege entstanden, von denen wir bei unserem Spaziergang ca. 4 km abgelaufen sind.
Der Naturschutz-Förderverein verwaltet ab 1996 die Flächen und hat es übernommen, die Erhaltung, Pflege und Entwicklung von Lebensräumen und von Gemeinschaften seltener und gefährdeter Pflanzen und Tiere zu betreiben.

Jürgen Handrich  Neu Fahrland

 

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