Jungfernsee

Lehnitzsee

Weißer See

Fahrländer See

Krampnitzsee

Wer die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam in nördlicher Richtung auf der Bundesstraße 2 verlässt, erreicht einen Punkt, an dem sich die drei Havelseen, Jungfernsee, Lehnitzsee und Weißer See berühren. Dort beginnt das Ortsgebiet von Neu Fahrland. Im Westen wird der Ort außerdem durch den Fahrländer See und im Osten durch den Krampnitzsee begrenzt und ist  somit eine fast komplett vom Wasser umschlossene "Fünf-Seen-Gemeinde". Ein großer Teil der Gemarkung ist von Buchen- und Mischwäldern bewachsen, die ein dichtes Wanderwegenetz durchzieht. Die höchste Erhebung ist der Kirchberg 85 m ÜNN (das sind hier ca. 35 m sichtbare Höhe.) Dieser Wald- und Wasserreichtum Neu Fahrlands macht den Ort zu einer landschaftlichen Perle des Havellandes.

Das Tor zu Potsdam bildet die "Brücke des Friedens" über den Sacrow-Paretzer-Kanal. Daran schließt sich eine Insel an, deren Verbindung zum Hauptteil Neu Fahrlands die sog. Persiusbrücke bildet. Die alte Backsteinbrücke war dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen und wurde durch eine moderne Spannbetonbrücke ersetzt.
Am Fahrländer- und Krampnitzsee gibt es je eine Badestelle. Der Fahrländer See ist beliebt bei Surfern wegen seiner Größe und bei Familien wegen seiner geringen Tiefe (max. 2 m); er wird im Sommer schnell warm und friert im Winter schnell zu. Das Neu Fahrland Seengebiet ist ein Eldorado für Wasserwanderer.

Etwas mehr als 1200 Menschen leben heute in Neu Fahrland, das sind 250 mehr als noch vor 8 Jahren. Seit der Wende erlebte der Ort eine rege Bautätigkeit, viele neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstanden teils für Zuzügler aus Potsdam und Berlin, teils für alteingesessene Neu Fahrländer, die durch Restitutionsansprüche ihr Domizil verloren. Alle Neubauten fügen sich gut ins Ortsbild ein, man findet kaum ausgesprochene Neubausiedlungen, dafür viele Lückenbebauungen. Fast alle Straßen im Ortsgebiet wurden ausgebaut, Wanderwege erweitert, beleuchtet und ausgeschildert. Neu Fahrland erhielt ein kombiniertes Gebäude aus kommunaler Kindertagesstätte und Gemeindezentrum.

Seit 1952 gibt es in Neu Fahrland eine Kurklinik. Die "Heinrich-Heine-Klinik gehört zur Ebel-Fachkliniken-Gruppe und bietet ihren Patienten beste Bedingungen für Genesung und Erholung in Neu Fahrland. Ursprünglich das Sanatorium im "Heinenhof" auf dem "Stinthorn" beheimatet, bezog aber 1994 einen modernen Neubau, nachdem der Heinenhof an die Familie Siemens zurückübertragen wurde. Die Klinik verfügt eine eigene Schiffsanlegestelle.

Neu Fahrland ist in ein dichtes Netz aus öffentlichen Verkehrsmitteln eingebunden. Innerhalb von 15 Minuten per Bus erreicht man das Zentrum Potsdams mit seinen vielen touristischen Attraktionen, Einkaufsmöglichkeiten und gastronomischen Einrichtungen.
Mit der Bahn, dem Bus oder dem Dampfer kann man sich die weitere Brandenburgische Landschaft erschließen.
Der Südwesten Berlins ist ebenfalls mit dem Bus in 30 Minuten erreichbar.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Neu Fahrland im Oktober 2003 ein Stadtteil Potsdams. Die Bürger der Gemeinde haben im Januar 2002 mehrheitlich für eine Angliederung an die Landeshauptstadt votiert, nachdem ein Fortbestand des Amtes Fahrland nicht mehr möglich war. Neu Fahrland, das 1894 erstmals als "Kolonie Neu Fahrland" in den Gemeindeunterlagen Fahrlands erwähnt wurde, gehörte schon einmal zu Potsdam. 1939 war es der Stadt Potsdam zugeschlagen worden. 1952 machte das DDR-Neugliederungsgesetz diese Zuordnung rückgängig. Die Geschichte des Ortes "von den Wenden bis zur Wende" ist in der 2003 erschienenen Chronik nachzulesen.

Der historisch interessierte Besucher Neu Fahrlands wird im Ort Gebäude finden, die architektonisch wie historisch interessant sind. Dazu zählen die beiden Brücken ebenso wie der

Persius-Bau an der B2, in dem sich bis zum Ende de Jahres 2003 die Verwaltung des Amtes Fahrland befand,

das Haus Adlon in dem  die Landesakademie für öffentliche Verwaltung ihren Sitz hat,

die Villa Sigismund am Lehnitzsee 7 hatte sich Generalleutnant Max von Diringshofen 1912 errichten lassen. Durch Krieg und Inflation verarmt, vermieteten die Diringshofens das Grundstück zunächst an den Berliner Bankier Siegheim, verkauften es aber 1927 an den Prinzen Sigismund von Preußen. Das Haus wurde der Wohnsitz seiner Witwe und ihrer Kinder. 1945 wurde es von den sowjetischen Truppen besetzt, die es 1947 der Amerikanischen Militärmission zur Verfügung stellten. Nach der Wende befand sich hier bis 1999 die Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg. 2002 wurde das repräsentative, aber sanierungsbedürftige Anwesen mit 12000 qm Wassergrundstück an Luise Prinzessin von Preußen und ihren Bruder Friedrich Karl rückübertragen und steht nun zum Verkauf,

Das Filetstück unter den Immobilien dürfte der "Heinenhof" am Stinthorn sein. eingebettet in einen 12 ha großen Park und auf einer Landzunge vom Wasser umrundet. Die Villa samt Hofkarree, Stallungen und Nebengebäuden war 1909 - 1911 im Auftrag von Carl Friedrich von Siemens durch den Architekten  Otto March errichtet worden - als Familienbesitz derer von Siemens. Carl Friedrich lebte hier bis zu seinem Tod 1942.
Während des Krieges wurde die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Berliner Siemenswerke nach Neu Fahrland verlagert. Nach Kriegsende wurde diese Liegenschaft enteignet. 1952 zog im Heinenhof eine Rehabilitationsklinik ein - das Heinrich-Heine-Sanatorium. Nach der Wiedervereinigung wurde die Immobilie an die Familie Siemens rückübertragen. Die Klinik - jetzt Dr. Ebel Fachklinik - bezog 1994 einen modernen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft.

auf den Seiten " Impressionen " wird jetzt der Ort mit Bildern der Landschaft vorgestellt. Klicken Sie hier

Ilona Meister, Neu Fahrland


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